1. Das Laub: matt, mit Farbnuancen
Echte Blätter glänzen nie gleichmäßig. Oben sind sie etwas dunkler als unten, und manche Stellen fangen mehr Licht ein als andere. Ein billiger Kunstbaum hat glänzende Blätter in einem einzigen grellen Grünton – das siehst du schon aus drei Metern Entfernung. Bei einem guten Kunstbaum ist das Laub matt und zweifarbig (oben dunkler, unten heller), und bei Blattpflanzen wie Ficus, Monstera und Olivenbaum sind die Blattadern deutlich zu erkennen. Nadelgehölze und Gräser haben keine Blattadern; hier achtest du auf die Form und darauf, dass nicht alle Halme exakt gleich aussehen.
Auf dem Produktfoto: Such nach einer Nahaufnahme der Blätter. Gibt es nur ein Foto vom ganzen Baum, ist das ein Zeichen dafür, dass das Laub einem Blick aus der Nähe nicht standhält.
2. Der Stamm: Struktur statt Glanz
Der Stamm ist das Zweite, was ins Auge fällt. Ein glatter, glänzender Stamm aus gleichmäßig braunem Plastik verrät den Baum, sobald jemand daneben steht. Ein guter Stamm hat eine Holzstruktur mit Rillen und Farbnuancen und fällt bei jedem Exemplar etwas anders aus – so wie bei echten Bäumen auch keine zwei Stämme gleich sind. Das Material ist bei fast allen Kunstbäumen Kunststoff; entscheidend ist die Verarbeitung, nicht das Material. Kunststoff hat sogar einen Vorteil gegenüber echtem Holz: Er reißt nicht, verzieht sich nicht und kann draußen stehen.
Auf dem Produktfoto: eine Nahaufnahme des Stamms auf Augenhöhe. Siehst du den Baum nur aus der Ferne, frag danach.
3. Die Äste: biegsam – und deshalb nicht symmetrisch
Ein Kunstbaum kommt zusammengedrückt aus dem Karton. Bei einem billigen Baum sind die Äste starr, und er sieht weiterhin aus wie ein Sonnenschirm: alles gleich weit vom Stamm entfernt, alles auf gleicher Höhe. Bei einem guten Baum sitzen die Äste auf biegsamem Draht, und du bringst sie selbst in Form: einen Ast tiefer, einen nach vorne, eine Lücke in der Krone lassen. Genau das ist der Unterschied zum „zu perfekten“ Look, den Leute meinen, wenn sie sagen, dass etwas künstlich aussieht.
Auf dem Produktfoto: Sieht derselbe Baum auf jedem Foto exakt gleich aus, sind die Äste vermutlich nicht biegsam. Achte auch auf den Astansatz: Bei einem guten Baum setzt sich die Struktur des Stamms in den dicken Ästen fort.
4. Der Topf: schwer genug für einen sicheren Stand
Ein Kunstbaum wiegt im Verhältnis zu seiner Höhe fast nichts. Ein zwei Meter hoher Baum in einem leichten Kunststofftopf kippt schon bei einem Windstoß durch die Haustür um oder wenn ein Kind vorbeirennt. Schau dir deshalb den Kulturtopf an: Wie schwer ist er, und passt er in einen Übertopf? Die übliche Lösung: Den Kulturtopf in einen Übertopf stellen und den Raum drumherum mit Sand, Kies oder Dekosteinen auffüllen. Dann steht er wie ein echter Baum, und vom Kulturtopf ist nichts mehr zu sehen. Wie das geht, erfährst du unter Kunstbaum im Übertopf dekorativ abschließen.
5. Die Form: Passt er zum Standort?
Beim letzten Punkt geht es nicht um den Baum, sondern um seinen Platz. Ein Kunstbaum, der für den Raum zu niedrig ist, wirkt wie ein Dekoobjekt; ein Baum, der an die Decke stößt, wirkt wie ein Fehlkauf. Ein echter Baum wächst in den Raum hinein – einen Kunstbaum musst du passend zum Raum auswählen. Die Faustregel findest du unter Wie hoch sollte eine Kunstpflanze sein?.
Was du auf einer Produktseite sehen solltest
Eine Nahaufnahme der Blätter, eine Nahaufnahme des Stamms, den Baum in einem echten Raum (nicht nur freigestellt vor weißem Hintergrund) und die Höhe wie geliefert. Fehlt einer dieser vier Punkte, frag nach, bevor du bestellst. Bei Kronensteyn findest du diese Fotos auf jeder Produktseite; fehlt doch einmal eines, schreib an contact@kronensteyn.com, und du bekommst es.
Häufig gestellte Fragen
Woran erkennt man, dass ein Kunstbaum unecht ist?
An glänzenden Blättern in einer einzigen Farbe, einem glatten Stamm ohne Struktur und Ästen, die alle gleich weit vom Stamm abstehen. Aus der Nähe verraten ihn zuerst die Blätter.
Ist ein Kunstbaum mit echtem Holzstamm besser?
Nicht unbedingt. Entscheidend ist die Verarbeitung: Ein Kunststoffstamm mit Holzstruktur und Farbunterschieden wirkt aus der Nähe wie Holz und reißt oder verzieht sich nicht. Kunststoff kann außerdem draußen stehen.
Kann man die Äste eines Kunstbaums selbst biegen?
Bei einem guten Kunstbaum ja: Die Äste sitzen auf biegbarem Draht. Das ist auch nötig, denn er kommt zusammengedrückt aus dem Karton und du bringst ihn selbst in Form.
Wie verhindere ich, dass ein Kunstbaum umkippt?
Stell den Kulturtopf in einen Übertopf und füll den Raum drumherum mit Sand, Kies oder Dekosteinen. Wähl einen Übertopf, der mindestens ein Drittel der Pflanzenhöhe breit ist.
Sieht ein Kunstbaum aus der Nähe echt aus?
Ein guter schon: mattes, zweifarbiges Laub mit Blattadern bei Blattpflanzen und ein Stamm mit Holzstruktur. Was du aus der Nähe sehr wohl merkst: Das Blatt gibt nicht nach, wenn du es berührst.
